Ulf Schüler gestaltete diese Münze, bei denen die Büsten der beiden Staatsmänner gekonnt ins Münzzentrum gesetzt wurden. Die feinmodellierte Darstellung zeigt links Gustav Stresemann und rechts Aristide Briand, beide sind den Betrachtenden zugewandt. Unten ist mittig ein Ausschnitt der Friedensnobelpreismedaille eingefügt, der den Bezug zu Auszeichnung und Anlass verdeutlicht. Figurenhaltung und Umschrift orientieren sich eng an der historischen Medaille. Die Wertseite mit dem Adler fügt sich stimmig ein und steht mit der Typografie in gelungener Verbindung zur Bildseite.
1926 erhielten Gustav Stresemann und Aristide Briand gemeinsam den Friedensnobelpreis für ihre herausragenden Bemühungen um die deutsch-französische Verständigung nach dem Ersten Weltkrieg. Stresemann, deutscher Außenminister, und Briand, sein französischer Amtskollege, hatten mit dem Vertrag von Locarno (1925) einen entscheidenden Schritt zur Stabilisierung Europas getan. Beide Politiker erkannten, dass dauerhafter Frieden nur durch Dialog, Vertrauen und Zusammenarbeit entstehen kann. Der Preis würdigt ihren Mut, frühere Feindschaften zu überwinden und eine neue Grundlage für europäische Kooperation zu schaffen. Ihr Wirken legte den Grundstein für eine Friedenspolitik, die Europa langfristig prägte und als Vorläufer der heutigen europäischen Einigung gilt.